Vereinsgeschichte

Geburtsstunde

Am 29. Januar 1886 meRennen auf der AVUSldete Carl Benz seinen Motorwagen zum Patent an. Dieses Datum gilt als die Geburtsstunde des Automobils. Im Jahr 1900, also nur 14 Jahre später,  wurde der Berliner Automobil-Verein gegründet als Reaktion auf die Auto-feindlichkeit der Politiker, die damals noch mehrheitlich Kutsche fuhren.   Am 22. Januar 1906 wurde auf der Generalversammlung des Berliner Automobil-Verein beschlossen den Namen in Berliner Automobil-Club umzuwandeln. Der Club vertrat die Interessen der Berliner Automobilisten und setzte sich zum Ziel das gemeinschaftliche  Tourenfahren zu fördern,  Autorennen zu veranstalten und  Ausbildungskurse für Kraftfahrer durchzuführen.   Von Anfang an gehörte der BAC als Kartell-Club zum Deutschen Automobil-Club (D.A.C.), der am 24. Dezember 1905, nach Übernahme des Protektorats durch Kaiser Wilhelm II. über den führenden Automobil-Club in Deutschland, zum Kaiserlichen Automobilclub (K.A.C.)  wurde. Nach dem ersten Weltkrieg wurde aus dem K.A.C. dann der Automobilclub von Deutschland (AvD).

In guter Gesellschaft

Von Beginn an war  der Club unter Vorsitz des Fabrikanten Anton Bolzani ein gesellschaftlicher Mittelpunkt  Berlins. Zu den  Mitgliedern  der ersten Stunde zählten das Kaiserhaus,  die Hoteliers-Familie Adlon und der weltberühmte Medienunternehmer Rudolf Ullstein.  Im Clubhaus in der Königgrätzer Straße nahe des Potsdamer Platzes trafen sich Vertreter der Automobilwirtschaft,   Renn- und  Sportfahrer,  Künstler, Politikern und Mitglieder der gehobenen  Berliner Gesellschaft. Hier wurden   nicht nur  Gespräch geführt und  gepokert ,  sondern technischen Vorträgen gehalten und sich in die Verkehrspolitik eingemischt.

Mit Engagement

Der Verein regte 1909 die Gründung der AVUS GmbH an und organisierte die Rennen ab 1921 selbst. Er beteiligte sich an den Automobilausstellungen,  redete bei der Entwicklung der Straßenverkehrsordnung mit und engagierte sich für die Installation der  ersten Verkehrsampel  auf dem Potsdamer Platz, die heute zu den Berliner Sehenswürdigkeiten zählt.

Die goldenen 20er Jahre

Nach Ende des  I. Weltkrieges und des Kaiserreiches übernahm  mit August Horch eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Berliner Automobilwirtschaft die Präsidentschaft des Clubs. Damals entwickelte sich die Stadt zu einem Zentrum der Lizenzfertigung. Ford,  Chrylser,  Citroen und Talbot ließen hier ihre Motorwagen produzieren.  Auch die Automobilforschung machte in Berlin große Fortschritte.  So sorgte der  Konstrukteur Edmund Rumpler  mit seinem stromlinienförmigen Tropfenwagen für Aufsehen. Der Strömungswiderstandskoeffizent  dieses Wagen betrug 0,28. Zum Vergleich: Das Optimum für ein Auto liegt heute bei 0,20.

Nach Hitlers Machtantritt

Dem BAC gelang es nach 1933 noch vier Jahre  unabhängig zu bleiben und den Anschluss an den Nationalsozialistischen Kraftfahrt-Korps zu verhindern. Als 1937 die Übernahme drohte, lösten die Mitglieder den Club auf.

Der Neubeginn

Seit  1950  engagiert sich der  Club wieder in Berlin.  Viele namhafte Persönlichkeiten gestalteten und gestalten das Clubleben mit, dessen gesellschaftlicher Höhepunkt der jährliche BAC-Ball ist.  Besonders hervorzuheben ist der ehemalige Rennfahrer und Pelzhändler  Wolfgang Levy. Bis zu seinem Tod prägte er  20 Jahre  als Präsident den Verein und vertrat die Berliner Interessen im Präsidium des AvD.  Seine Nachfolger  setzen die Arbeit für den Club mit Engagement und neuen Ideen fort.