Klassiker Auktion in Berlin 24.11.2015 18:00

Classic-Cars-Enthusiasten können sich auf ausgesuchte Glanzstücke und Fahrzeugklassiker sowie Youngtimer freuen, die jeden Kenner aufhorchen lassen werden. Unter den angebotenen Automobilen stechen vor allem eine seltene Hardtop Version eines Porsche 356 B Karmann von 1965 hervor. Die Bandbreite der Auktion reicht von einer kaum bekannten DKW F8 Sport Roadster Special, Bj 1938, über eine aussergewöhnlichen Tatra 600 Tatraplan, bis zum jungen Ferrari Testarossa. Die Auktion findet heute, Dienstag den 24.11.2015 um 18:00 Uhr statt.

Hier gehts zum Auktionskatalog

 

Sebastian Vettel gewinnt das „Race of Champions“ und widmet den Pokal seinem Freund Michael Schumacher

London.  Für einen Moment wurde Sebastian Vettel sehr nachdenklich. Inmitten von Jubel, Trubel, Heiterkeit beim großen Motorsport-Fest Race of Champions, das der Heppenheimer in vollen Zügen genoss und am Ende sogar gewann, dachte er an Michael Schumacher. „Er ist ein guter Freund, ein Freund, der jetzt hier fehlt“, sagte Vettel – und sprach damit der versammelten Elite des Rennsports aus der Seele.

Gemeinsam hatten Vettel, Nico Hülkenberg, Pascal Wehrlein, Susie Wolff, Jenson Button, Felipe Massa und die anderen Stars aus dem Londoner Olympiastadion Genesungswünsche an den Formel-1-Rekordweltmeister geschickt, der sich nach seinem schweren Skiunfall weiter in der Rehabilitation in seinem Schweizer Haus befindet. „Wir vermissen dich Michael, werde schnell wieder gesund“, stand auf englisch auf dem im Innenraum präsentierten Plakat.

Genesungswünsche für den verunglückten Rekordweltmeister

„Uns allen geht es ähnlich. Die meisten Jahre, die ich hier hatte, verbinde ich mit Michael“, sagte Vettel: „Es ist schade, dass er nicht dabei sein kann. In solchen Momenten fällt es uns allen schwer. Wir wissen, dass er kämpft, wir wissen, dass es ihm nicht gut geht, und wir wünschen ihm natürlich alles Gute.“

Trotz des Spaßes, den die Fahrer rund um das Event hatten, war die Genesung von Schumacher ein Thema. „Es ist generell ein schwieriges Thema, aber klar, ich denke, dass fast jeder hier ihn persönlich kennt“, sagte Vettel.

Der 28-Jährige hatte zusammen mit Schumacher von 2007 bis 2012 sechsmal in Serie den Nationencup beim Treffen einiger der weltbesten Rennfahrer verschiedener Kategorien wie Formel 1, Tourenwagen oder Rallye gewonnen. In diesem Jahr war Vettel gemeinsam mit Le-Mans-Gewinner Hülkenberg erst im Finale nach drei Läufen mit 1:2 an den britischen Lokalmatadoren Jason Plato/Andy Priaulx gescheitert.

Sieg im Finale gegen Christensen

Dafür triumphierte Vettel als erster Deutscher überhaupt in der Einzelwertung – und freute sich diebisch über den Coup. „Ich habe es so oft versucht, deshalb war es heute doch eine Überraschung. Ich bin sehr glücklich“, sagte Vettel, der schnell seinen Rhythmus auf der engen Strecke und den unterschiedlichen Fahrzeugtypen gefunden hatte.

Der viermalige Formel-1-Weltmeister war vor dem Finale gegen den neunmaligen Le-Mans-Gewinner Tom Kristensen aus Dänemark „schon ein bisschen nervös“, setzte sich aber dann doch glatt mit 2:0 in zwei Läufen durch. Die Champagner-Dusche bei der Siegerehrung fiel dafür umso heftiger aus.

(sid)

Politischer Abend in der American Academy

Am Freitag, den 13.12.2015  haben Vertreter des BAC auf Einladung des Kaiserlichen Automobilclubs e.V. an einem aussergewöhnlichen Vortragsabend mit anschliessender Podiumsdiskussion im Hause der American Academy in Berlin-Wannsee teilgenommen.  Einerseits hochinformativ, in dichter Atmosphäre, andererseits aber auch gespickt mit Gaumenfreuden und Kunstgenuss.

Prof. Dr. Ing. Cornel Stan von der Westsächsischen Hochschule in Zwickau gab einen  Überblick über den derzeitigen Entwicklungsstand und die Rahmenbedingungen weltweit, die vor allem in Asien und Afrika mit erheblichen Umwelteinflüssen verbunden sind. Mit Blick auf die verschiedenen Antriebskonzepte zeigte Prof. Stan, dass Elektromobilität und auch Hybrid-Technologien überwiegend von zu hohen Antriebsleistungen ausgehen, was Reichweite und Nutzungsdauer erheblich einschränke. Der Experte für Antriebstechnologie der Zukunft prognostiziert deshalb neue Zielgruppen für E-Fahrzeuge im Verteil-Verkehr und sieht die Elektromobilität vorwiegend in den Städten der Zukunft, auch wenn Elektrofahrzeuge in Summe nicht umweltfreundlicher seien als Verbrennungsmotoren, wenn die Energie in herkömmlichen Kraftwerken erzeugt werde. Prof. Stan macht dafür vor allem das Verbraucher-verhalten verantwortlich, das sich an Leistung und Komfort orientiere und vielfältige Fahrzeugvarianten einfordere.

Prof. Dipl.-Ing. Eike Böhm von der Universität in Esslingen verblüffte die rund 80 geladenen Gäste mit dem Beweis, dass die Menschen schon immer rund 45 Minuten für den Arbeitsweg kalkulieren würden und deshalb mit dem verbesserten Fahrzeugangebot vor allem die Distanz zwischen Wohnort und Arbeitsstelle größer geworden sei. Böhm zeigte auf, dass Europa die Rolle des weltweit führenden Entwicklers von Technologie-Varianten einnehmen müsse, auch wenn der Umweltnutzen weniger hier, als in der dritten Welt zum Tragen komme. „In der extrem verunreinigten Luft in China kann man ein modernes westliches Auto als Luftreiniger einsetzen“, scherzte Böhm, „denn aus dem Auspuff kommt reinere Luft, als der Motor angesaugt hat.“ Er setzte sich aber auch kritisch mit vielen Antriebsvarianten auseinander, bei denen die neue Technik so viel Mehrgewicht mitbringe, dass sie die Umweltwerte des Verbrennungsmotors nicht unterbieten könnten.

Dr. Ulrich Eichhorn stellte als Vertreter des VDA die richtungweisenden Entwicklungen der deutschen Automobilindustrie vor, die bislang allein 16 Milliarden Euro in die E-Mobilität investiert habe. Er kritisierte die grundlegende Umweltdebatte um den Fall VW, die ohne Grund zur Verunsicherung des Verbrauchers beitrage, denn der Verbrennungsmotor sei, wie auch die beiden Vorredner belegt hätten, umwelttechnisch immer noch der wirksamste Antrieb individueller Mobilität.

In der angeregten Diskussion um Batterien, Ladestrom, Hybrid-Technologie und Wasserstoff in Relation zu Umweltnutzen, Nachhaltigkeit und Kosten wurde offenbar, dass der Verbraucher vor allem zur Anschaffung alternativer Antriebskonzepte bereit sein muss und die Politik in der Steuerung der Mobilität der Zukunft hinter den Entwicklungen zurückbleibt. Nahezu einmütig forderten auch die Gäste im Plenum rechtliche Zügel für die Nutzung der Milliarden von Daten, die moderne Autos an meist unbekannte Provider übermitteln und eine Art Ethik-Charta für den Umgang mit vernetzten Automobilen und autonom fahrenden Verkehrsmitteln.

Zur Abrundung des sehr gelungenen ersten „Politischen Abends“ des Kaiserlichen Automobilclubs KAC im AvD wurden Referenten und Gäste vom einfühlsamen Gesang der international bekannten Mezzosopranistin Fredrika Brillembourg aus USA verwöhnt, die mit der Pianistin Bonnie Wagner passend zur American Academy bekannte Songs aus Kompositionen von Bernstein, Gershwin, Porter oder Rodgers interpretierte.

Der gemeinsame Besuch mit Führung einer überaus beeindruckenden Oldtimer-Privatammlung am 14. Nov. war ein zusätzliches Highlight und Erlebnis.

Text: Johannes Hübner, der auch sachkundig durch den Abend führte

Fotos: © Dominik Balders

Lkw-Anhänger mit Riesendisplays soll Sicherheit erhöhen

Einen langen Lastwagen auf der Landstraße zu überholen, birgt ein Risiko – vor allem, wenn das Fahrzeug die Sicht in Kurven verdeckt. Das koreanische Unternehmen Samsung hat letzten Sommer mit dem Safety Truck unter Einsatz der eigenen Produkte eine Lösung vorgestellt: Auf die rückseitige Bordwand des Lkws werden große Displays montiert, die ein Kamerabild mit dem Verkehrsgeschehen vor dem Laster zeigen. So sollen nachfolgende Autofahrer schnell erkennen können, ob das Überholen sicher ist.
Der Display-Truck wird z.Z. im argentinischen Straßenverkehr erprobt. Ob das System Serienreife erreicht, wird vor allem davon abhängen, ob die Displays die rauen Verhältnisse des Straßenverkehrs und des Güterlasttransports überstehen und den Autofahrern mehr helfen als sie zu irritieren.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag Stibbich !

Heute wäre der 58. Geburtstag von Stefan „Stibbich“ Bellof gewesen. „Wäre“ – ja wenn nicht der schreckliche Unfall am 1. September 1985 sein herausragendes Leben viel zu früh beendet hätte. Einige Beschreibungen seiner Zeitgenossen und Rennfahrerkollegen

Er ist das größte Talent, das mir je begegnet ist. – Jackie Stewart

Heute würde ich sagen, dass der Bellof damals auf einem Level mit Senna war. Das siehst gleich, wennst hinter so einem herfährst. – Gerhard Berger

Der deutsche Motorsport hätte das Schumi-Wunder wohl schon zwei Jahrzehnte früher erlebt, wenn Stefan Bellof in Spa nicht tödlich verunglückt wäre. – Manfred Jantke

Bellof war eine Kreuzung aus Michael Schumacher und Gilles Villeneuve. – Herbie Blash

Bis heute ist sein Streckenrekord auf der Nürburgring Nordschleife mit 6:11,13 Minuten ungebrochen und er ist damit der erste Fahrer, der jemals die schwierigste Rennstrecke der Welt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 200 km/h umrundet hat.

Eine sehenswerte Dokumentation über das Leben von Stefan Bellof kann man sich hier in der ARD-Mediathek anschauen.

 

Der BAC gedenkt dem Sportwagenweltmeister von 1984.

Der AvD baut eine neue Hauptverwaltung

Der Präsident des AvD Automobilclub von Deutschland e.V., Ludwig Fürst zu Löwenstein, hat am Freitag, 13. November 2015, auf dem Grundstück Goldsteinstraße 237 in Frankfurt-Niederrad den Grundstein für das neue Verwaltungsgebäude des Clubs gelegt. Der AvD baut am Standort Frankfurt zum zweiten Mal in seiner Geschichte, diesmal direkt an der Autobahn A 5.

„Die Grundsteinlegung symbolisiert die Zukunft des AvD“, erklärte Fürst Löwenstein den geladenen Gästen. Unter ihnen waren neben den Mitgliedern des Präsidiums des AvD e.V. dessen Ehrenpräsident, Rudolf Graf Schulenburg, Mitglieder des Hauptausschusses, der Generalsekretär und der Geschäftsführer sowie Mitarbeiter des AvD.

Heinz-Günter Lang, Mitglied des Vorstandes des Generalübernehmers Lang & Cie., lobte in Anwesenheit von Mitarbeitern der Baufirma Bilfinger die gute Zusammenarbeit mit dem AvD und zeigte sich zuversichtlich, den Bau im prognostizierten Zeitrahmen bis zum Jahreswechsel 2016/2017 errichten zu können.

Der Geschäftsführer der AvD Wirtschaftsdienst GmbH, Dr. Andreas Nowack, betonte das Zukunftsweisende des Neubaus und des mit ihm verbundenen Arbeitsumfeldes. Der AvD ist auch von seinem neuen Standort aus für seine Mitglieder und Kunden ein Partner, der den kommenden Herausforderungen flexibel begegnet.

Reinhard Dötzer, der Vorsitzende des Hauptausschusses, welcher die AvD Clubs repräsentiert, erinnerte an die Geschichte des AvD. Sie begann mit der Gründung 1899 in Berlin und setzte sich dort im 1905 bezogenen Clubhaus „Bleichröder Palais“ am Leipziger Platz fort. Dötzer betonte die besondere Beziehung des AvD zur Stadt Frankfurt am Main und wünschte dem AvD eine erfolgreiche Zukunft.

Frankfurt ist seit 1948 Sitz des AvD

Der AvD ist seit seiner Neugründung im Jahr 1948 in Frankfurt zu Hause. Erster AvD Nachkriegspräsident wurde Prof. Dr. Karl Geiler, vormals erster hessischer Ministerpräsident (1945 – 1946). Die Anfänge in einem Notquartier in der Arndtstraße 9 waren schwierig. Jeder Mitarbeiter und Besucher musste in den ersten Monaten Holz und Briketts zum Heizen mitbringen. Die beengten Räumlichkeiten wurden bald verlassen. In der Fürstenberger Straße erwarb der AvD ein Trümmergrundstück, auf dem sein erstes Clubhaus der Nachkriegszeit entstand.

Ab 1952 ist der AvD mit seinem Verkehrshilfsdienst auf der Straße präsent. Mit seinen DKW-Schnelllastern leisteten die AvD Pannenhelfer auf den Autobahnen Hilfe. Der Club engagierte sich im beginnenden Wirtschaftswunder auch für den Wiederaufbau der Verkehrsinfrastruktur. Das in der Fürstenberger Straße errichtete Clubheim erwies sich bald als zu klein. Ab Mitte der fünfziger Jahre nutzte der AvD das Palais der Familie von Rath in der Wiesenhüttenstraße 2 und baute es für seine Zwecke aus.

Die Entwicklung des Clubs von einer kleinen, gesellschaftlich und sportlich engagierten Gruppe zu einem Club für Jedermann bedingte weitere räumliche Erweiterungen. So wurde 1970 das von der Stadt Frankfurt angebotene Grundstück in der Bürostadt Niederrad bebaut – der Club war einer der Ersten, der sich dort niederließ. Inmitten einer sukzessive errichteten, schon damals hochmodernen Bürostadt wurde das dreistöckige „Weiße Haus“ in der Lyoner Straße 16 bezogen.

Die Aktivitäten und Aufgaben des Clubs nahmen deutlich zu. Die 70er Jahre waren auch für den AvD eine Ära des Aufbruchs. Unter dem legendären AvD Präsidenten Paul Alfons Fürst Metternich, der zwischen 1975 und 1985 auch Präsident der FIA war, wurde die Pannenhilfe mittels vergrößerter Pannenhilfsflotte und ausgebautem Service-Telefon deutlich erweitert. Nach 1989 stellten die Wende und die verstärkten internationalen Verflechtungen den AvD vor neue Herausforderungen, die bis zum heutigen Tage gemeistert werden.

Nach über vierzig Jahren ist das dreistöckige Gebäude in der Lyoner Straße 16 mittlerweile für einen zukunftsgerichteten Betrieb zu klein geworden. Der AvD will als zuverlässiger Partner die Mobilitätsbedürfnisse seiner Mitglieder und Kunden vor allem durch Unterstützung auf der Straße auch künftig optimal bedienen. Deshalb baut der AvD in der Bürostadt Niederrad neu, einem Standort, der aufgrund seiner guten Verkehrsanbindungen immer noch äußerst attraktiv ist. Die Entscheidung für das Grundstück Goldsteinstraße 237 fiel auch wegen seiner guten Lage zwischen Innenstadt und Flughafen.

Eingebettet war die Grundsteinlegung von Sitzungen des AvD Präsidiums und des wichtigsten AvD Gremiums. Der Hauptausschuss tagte seit seiner ersten Sitzung am 29. Mai 1952 schon zum 150. Mal.

Autonomes Fahren – Pressemitteilung des AvD

  • Viele Fahrzeuge werden mehrere Nutzer haben
  • Sicherheit von Technik und Daten oberstes Ziel
  • AvD-Symposium „Autonomes Fahren“ in Frankfurt

Beim Symposium „Autonomes Fahren“ von AvD, TÜV-Rheinland und dem KAC trafen sich am 22. Oktober 2015 in der Klassikstadt Frankfurt namhafte Automobilexperten für die neuesten Informationen zu Vorträgen und zum Meinungsaustausch.

Im Anschluss an die Begrüßung durch Prof. Dr.-Ing. Jürgen Brauckmann, Bereichsvorstand Mobilität des TÜV Rheinland und Rechtsanwalt Rolf W. Menzel, AvD Vizepräsident für Recht und Verkehr, verblüffte Prof. Dr.-Ing. Brauckmann in seiner Eröffnungsrede mit der Feststellung, es gebe derzeit offensichtlich mehr Begeisterung für das Thema Autonomes Fahren als bei Elektromobilität – offensichtlich, weil Visionen eher begeistern könnten. Brauckmann betonte weiter, dass die Technikentwicklung immer viel schneller sei, als Politik und Rechtswesen, die dem technisch Machbaren aber die Zügel anlegen müssten, um etwa auch Autonomes Fahren so zu gestalten, dass es im Einklang mit Sicherheit, Umwelt und Gesellschaft möglich sei.

Disruptiver Wandel der Industrie steht bevor

Sebastian Feldmann, Partner der Unternehmensberatung Roland Berger, zeigte auf, wie automatisiertes Fahren als „Türöffner“ für die Mobilität der Zukunft dienen wird. Autonomes Fahren gebe die Möglichkeit, das Verhältnis im Dreieck Mensch – Technik – Verkehrsraum zum Vorteil aller zu harmonisieren. Entlang der sog. „customer journey“ würden die Lebensgewohnheiten der Nutzer so abgebildet, dass sie in ihren Entscheidungen unterstützt und individuelle Mobilitätsbedürfnisse jederzeit bedient werden. Gleichzeitig finde Verzahnung mit anderen Nutzern und Infrastruktur statt, um etwa Fahrzeuge und Verkehrsraum gemeinsam effektiver nutzbar zu machen, denn beliebig mehr Straßen werde es sicher nicht geben.

Feldmann prognostizierte, dass sich der Markt der in Punkto „Spieler“ und „Fahrzeugmix“ drastisch umkrempeln werde. Klassische OEMs sehen sich finanz- und innovationsstarken neuen Marktteilnehmern gegenüber, die neue Geschäftsmodelle der Mobilität treiben. Taxi und Mietwagen würden zukünftig im modal split der Mobilitätsentscheidung sehr viel weniger Bedeutung haben: man erwarte, dass dieser im Beispiel USA heute etwa 23 Mrd. $ große Markt spätestens im Jahre 2030 komplett erodiert sein wird – aber ein neuer Gesamtmarkt von etwa 113 Milliarden USD jährlich für alle Dienstleistungen rund um „Auto 4.0“ entstanden sein wird.

Sebastian Feldmann postulierte, heute sei Fahren immer noch mehr durch Emotion als durch rationale Entscheidungen geprägt und automatisiertes Fahren eher „Industry-push“ als „Consumer-pull“. Fahrzeugbesitz als Statussymbol von Wert sinke aber stetig während das Zutrauen in die neuen Technologien steige, so dass rationale Entscheidungen rund um Kosten, Komfort und Flexibilität nach vorn drängten. Tenor: „Warum etwas besitzen, was mich ständig Geld kostet, ohne dass ich es entsprechend nutze.“ Insgesamt erwartet Feldmann den signifikantesten Umbruch der Mobilitätsbranche seit über 100 Jahren und mahnte mit den Worten von Henry Ford, dass ein Verneinen des Wandels keine Option ist: „Wer immer macht, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist“ – und in Zukunft vielleicht nicht mehr im Markt.

Wie ist Entwicklung zu denken, wenn das Auto künftig alles weiß?

Prof. Dr. rer. pol. Eike M. Böhm, Vorstand KION GROUP AG, zeigte, dass das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung erstaunlich stabil sei – mit steigender Geschwindigkeit der Verkehrsmittel stiegen nur die Personenkilometer. Eine Dinkelacker-Studie etwa zeige, dass man auch schon vor 100 Jahren bis zu 45 Minuten zur Arbeit gefahren sei, schnellere Verkehrs-mittel erweiterten lediglich den Wohnradius. Wenn alle Autos und alle Verkehrsteil-nehmer vernetzt seien, könne dies die Nutzung eines eigenen Autos vermindern. Abschließend fragte er den gut besetzten Saal in der Klassikstadt, ob man es für möglich halte, dass sich Fahrzeuge und ihre lernfähige Software zukünftig selbst weiterentwickeln könnten, wenn das Auto doch ohnehin alles, was um einen herum ist, „wisse“?

Keine Technik ist unfehlbar

Dipl.-Ing. Gunnar Pflug, Leiter Technologiezentrum Verkehrssicherheit beim TÜV Rheinland stellte fest, die Stimmung in der Automobilindustrie wandele sich von Skepsis zu Zustimmung. Er warnte davor, neue Unternehmen in der Branche zu unterschätzen – Fisker und Tesla beweisen, dass es Newcomer schaffen können. Der Übergabepunkt, an dem das Fahrzeug übernimmt, müsse definiert werde, der Rücknahmepunkt sei sehr von der Verkehrssituation abhängig. Pflug stellte die Frage, innerhalb wie viel Sekunden ein Fahrer in der Lage wäre, wieder voll zu übernehmen? Als Experte des TÜV fragte Gunnar Pflug: Wie kann ein Dritter den jeweiligen Softwarestand beurteilen und feststellen, ob er zum Fahrzeug gehört und richtig funktioniert? Keine Technik sei unfehlbar und die Technik sei schneller, als die notwendige Regulierung – deshalb rate er der Industrie, die Systeme etwas langsamer weiter zu entwickeln.

AvD: Keine „Trittbrettfahrer“ in Fragen der Haftung für automatisierte Systeme

Matthias Braun, Generalsekretär des AvD, sagte, der AvD sei schon immer Begleiter der Mobilitätsentwicklung gewesen. In der alternden Gesellschaft mit wachsender internationaler Verflechtung gehe es vor allem auch um die Erhöhung der Verkehrssicherheit. Dabei müsse der Datenschutz, die Transparenz der Daten und die Selbstbestimmung über die Verwendung der Daten höchste Priorität haben. Allein die Haftung für Versagen teile sich zwischen Fahrzeughersteller, Provider der elektronischen Systeme, Betreiber der Infrastruktur und schließlich dem Nutzer als verantwortlichem Fahrer – dies mache deutlich, warum man sicherstellen müsse, dass nicht „Trittbrettfahrer“ zwischen Kunden und Hersteller kommen können. Der AvD gehe deshalb den Weg der im Weltverband FIA organisierten Automobilclubs „My Car My Data“.

Wesentlich ist die Gestaltung der Mobilitätserfahrung

Abschließend sagte Walter Friederichs von Russell Reynolds Associates, die Industrie brauche Führungskompetenz für die Mobilität der Zukunft, denn Branchenfremde nutzten neue Bereiche des Mobilitätsgeschäftes, die für die Hersteller Neuland sind. Der sichere Zugang zu extern eingebrachten Systemen dürfe mit dem Wechsel des Providers nie verloren gehen, die Innovationskompetenz müsse beim Hersteller des Gesamtsystems bleiben. Er schloss mit der für die Industrie revolutionären These, „das Auto ist heute nicht mehr das Wesentliche, um in der Mobilität erfolgreich zu sein, sondern die Gestaltung der Mobilitätserfahrung.“

Das Symposium Autonomes Fahren von AvD, TÜV Rheinland und KAC in der Klassikstadt Frankfurt machte nachdenklich und zeigte, dass für die Umsetzung des technisch schon möglichen Autonomen Fahrens mit großer Umsicht noch viele wichtige Hürden zu nehmen sind.

Nähere Informationen und Kopien der Vorträge sind über die AvD Presseabteilung verfügbar.