BAC @ Techno Classica

Vom 6. – 10 April fand erneut die Techno Classica in Essen statt. Die von der S.I.H.A. seit nunmehr 28 Jahren ausgerichtete Veranstaltung schaffte es erneut, ihre Vormachtstellung als DIE wichtigste Messe für klassische Fahrzeuge zu bestätigen. Die im Vorfeld gemunkelte Vermutung, das die Quantität der Fahrzeuge zu einem Rückgang der Qualität dieser führen würde hat sich glücklicherweise nicht durch gängig bestätigt – im Gegenteil: So präsentierte der Veranstalter eine faszinierende Sonderschau mit seltenen und spektakulären historischen Rennwagen, die eine Gemeinsamkeit haben: Sie alle starteten im Jahr 1955 bei der legendären Mille Miglia, dem wohl härtesten Straßenrennen nach dem zweiten Weltkrieg.

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Im Zentrum der Mille Miglia Präsentation steht ein Mercedes-Benz 300 SLR. Es ist ein Auto jenes Typs, mit dem Juan Manuel Fangio – ohne Beifahrer – nach 1.597 Rennkilometern einen sensationellen zweiten Platz errang. Das Auto mit der Startnummer 658 aus dem Mercedes-Benz Museum schmückt den S.I.H.A. Stand zusammen mit weiteren Boliden, wie einem Ferrari 750 Monza,der den 6. Platz errang, einem Porsche 550 Spyder, wie er den 8. Platz belegte oder einem Maserati A6 GCS, der in Brescia am 2. Mai 1955 als Vierter über die Ziellinie fuhr.

Zugegeben, das Angebot an Porsche und Mercedes Modellen, welche trotz höchst unterschiedlichem Zustand, Originalität und Seltenheit doch immer eines gemeinsam hatten – eine exorbitante Preisvorstellung der jeweiligen Verkäufer konnte einen fast erschlagen. Dennoch war das Angebot aussergewöhnlicher und wunderschöner, seltener Fahrzeuge faszinierend und beeindruckend.

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©http://www.gregwapling.com/hotrod/land-speed-racing-history/land-speed-racing-abarth-monoposto-da-record.html

Das 1960 Rekordfahrzeug Abarth Monoposto da Record, der einzige mit Lamborghini V12 Motor gebaute Bizzarini P538, ein wunderschönes 1964er Morgan plus four plus Coupé (nur 26 Stück. gebaut und ca. 13 erhalten) oder auch der letztgebaute Facel Vega FV3B, unrestauriert und in traumhaften Zustand, damals bewegt von seinem berühmten Eigentümer Maurice Trintignant.

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An diesen beiden Stücken automobilem Kunsthandwerks der Firma Delage erkennt man die Liebe zu höchstwertiger Technik und zum Detail:

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Ein weiteres Highlight war natürlich, wie immer, der Stand des Mercedes Benz Kompressor Clubs, der u.a. einen 1926 Mercedes Benz 630K mit Saoutchik „La Boule“ Karosse ausstellte, welches bereits ein für diese Zeit völlig aussergewöhnliches, vollversenkbares Verdeck verfügt.

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©https://en.wheelsage.org/mercedes-benz/630/96947/pictures/pxchm3/

Aber auch aussergewöhnlich liebevoll präsentierten manche Händler Ihre Devotionalien:

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Die Classic Remise (Berlin und Düsseldorf) kooperierte erneut mit dem TÜV Rheinland und  man konnte dort mit dem renommierten Gutachter Norbert Schröder über das neue, sehr empfehlenswerte TÜV Rheinland Oldtimer Handbuch vorzüglich fachsimpeln.

Auch der AvD war wieder mit zwei Ständen vertreten und stellte das neue Format der AvD Histo Tour, einer mehrtägigen, sportlichen Rundfahrt, sowie den Oldtimer Grand Prix, vor. Die Kollegen des ADAC beeindruckten mit einer imposanten Ausstellung in Halle 3, nahmen das historische Thema aber vielleicht etwas zu genau:

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Insgesamt wieder einmal eine besondere Messe mit vielen aussergewöhnlichen Fahrzeugen. Wir freuen uns bereits auf die beginnende Saison, aber insbesondere auch auf die vom 06. – 09. Oktober stattfindende Motorword Classics in Berlin, wo der BAC vertreten sein wird.

Ein paar weitere Eindrücke:

P.S.: wer sich für die momentane Marktlage von klassischen Fahrzeugen interessiert, dem sei das folgende Video nahegelegt: